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Typische Oberflächenveränderungen von nichttextilen Bodenbelägen – Ursachen & Tipps

Linoleumbeläge

Verseifung
• Leinöl des Belags reagiert mit Alkalien < pH 10 zu Seife

• Sanierung nicht möglich

Abpudern/Ablösen des Pflegefilms
• ursächlich sind meist eine unzureichende Trocknungszeit nach der Grundreinigung oder Reinigungsmittelrückstände (Tenside), die nach der Grundreinigung nicht gründlich entfernt wurden

• Sanierung durch Grundreinigung mit anschliessender Neubeschichtung

Verseifung eines Linoleumbelags aufgrund zu starker Alkalität


PVC-Beläge

Typische Oberflächenveränderungen
• Einbrenner durch z.B. Absatzstriche, die mit hoher Reibungswärme erzeugt wurden.

• Ablösung von Pflegefilmen, die auf bestimmten werkseitig polyurethanvergüteten PVC-Belägen keine ausreichende Haftfestigkeit zeigen.

• Verschleisserscheinungen mit verstärkter Anschmutzung bei polyurethanvergüteten Belägen aufgrund abrasiv wirkender Einflüsse.

• Fleckbildung durch Migration bzw. das Einwandern von Farbmolekülen, Russpartikeln von schwarzen Gummirädern, diversen Desinfektionswirkstoffen etc. (diese Oberflächenveränderung kann auch bei anderen elastischen Belägen entstehen, kommt jedoch bei PVC besonders häufig vor).

  • Eine Entfernung von migrierten Flecken ist nur selten möglich. Die Migrantien bzw. die sichtbaren Flecksubstanzen befinden sich nicht nur an der Oberfläche, sondern sie durchdringen den Werkstoff mit zunehmender (Einwirk-)Zeit, wodurch eine Entfernung immer schwieriger bzw. nicht mehr möglich wird. Grundsätzlich gilt: Je früher die fleckbildende Substanz entfernt wird, umso grösser ist die Chance, bleibende Flecken zu verhindern. Bei frischen Verschmutzungen durch Kugelschreiber, Filzstift oder Klebstoff etc. kann der Einsatz eines geeigneten Fleckenentferners (z.B. auf Glykoletherbasis) ggf. noch Abhilfe verschaffen. Lebensmittelfarbstoffe (z.B. Rotwein, Früchtetee) können oftmals durch Sauerstoffabspalter (zB. Wasserstoffperoxid) ausgebleicht werden; bei manchen Flecken (z.B. Tinte) ist auch eine Farbstoffzerstörung durch Reduktionsmittel (z.B. Natriumdithionit) möglich. Um Migrationen zu vermeiden, sollten Verschmutzungen bzw. fleckbildende Substanzen umgehend entfernt werden. Wenn der PVC durchgefärbt ist, können Flecken auch mit leichtem anschleifen entfernt werden.

Fleckbildung durch Migration

Elastomerbeläge (Gummi-/Kautschukbeläge)

Typische Oberflächenveränderungen:

Kreidung
• Ursächlich für diese Verwitterungserscheinung ist die intensive Einwirkung von UV-Licht sowie alkalische und lösemittelhaltigen Reinigungslösungen.
Eine Sanierung ist möglich durch Abschleifen der gekreideten Schicht unter Verwendung einer schnelllaufenden Maschine mit speziellen Diamantpads (bei glatter Oberfläche) oder einer feiner Gritbürste (oft auch als Sica- oder SC-Bürste bezeichnet; bei oberflächenstrukturierten Belägen) und Wasser; nach dem Absaugen und Nachspülen erfolgt die Einpflege mit einem geeigneten Pflegemittel (vorzugsweise wasserlösliche Wischpflege im Cleanerverfahren).

Ablösen des Pflegefilms
• Ursachen können sein: keine gründliche Entfernung von produktionsbedingten Trennmitteln (Silikonen sowie Alterungsschutzmittel (Paraffinen) an der Oberfläche; zu starke temperaturbedingte Formveränderungen des Elastomerbelags; wenig elastisches Beschichtungsmittel bei dicken Belägen mit starker Punktbelastung; Reinigungsmittelrückstände (Tenside) nach der Grundreinigung.

• Sanierung ist möglich durch Grundreinigung und Einpflege mittels wasserlöslicher Wischpflege im Cleanerverfahren

Kreidung eines Elastomerbelags (Gumminoppenbelag)

Ablösen des Pflegefilms bei einem Elastomerbelag aufgrund von Paraffinrückständen

Werkseitig polyurethanvergütete elastische Beläge

Ursachen für einen raschen Verschleiss PU(R)-vergüteter Beläge können sein:

• keine geeigneten Schmutzfangzonen

• zu geringe Reinigungshäufigkeit

• ungeeignete Reinigungsverfahren

• keine sanierbare Opfer- bzw. Pflegefilmschicht

• starke mechanische Belastung

Eine Sanierung ist
• durch An- bzw. Abschleifen der verschlissenen Vergütungen (z.B. unter Verwendung von Diamantpads) ist nur bedingt möglich (nicht bei strukturierten Oberflächen),

• aufwändig und relativ kostenintensiv, sofern eine Polyurethanversiegelung aufgebracht wird.

Verschleisserscheinung auf einem PU(R)-vergüteten PVC-Belag

Betonwerksteinböden

Typische Oberflächenveränderungen:

• Verätzung;
- Ursächlich ist die Einweirkung von sauren Flüssigkeiten (z.B. Sanitärreiniger)
- Sanierung ist möglich durch Schleifen und Polieren mit speziellen Diamant-Schleif-/Polier-Pads; wenn ein höherer Glanz gewünscht wird, kann abschliessend eine Steinkristallation durchgeführt werden).

Verätzung auf Betonwerkstein durch sauren Reiniger

Hast auch Du mit einem hartnäckigen Oberflächenveränderung deines Bodens zu kämpfen? Ruf uns an, wir beraten Dich gerne.

Quelle: Martin Lutz, Praxisleitfaden Gebäudereinigung

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