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Luftqualität / Lüften ** Neu **

In den meisten Schweizer Schulen ist die Qualität der Raumluft ungenügend. Grund dafür ist vor allem ein nicht ausreichendes Lüftungsverhalten.

In einem Grossteil der Schweizer Schulen ist die Qualität der Raumluft nicht genügend. Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat von 2013 bis 2015 in drei Kantonen die Luftqualität von 94 Schulzimmern mit manueller Fensterlüftung gemessen. In mehr als zwei Dritteln der Schulzimmer war die Luft nicht zufriedenstellend.

Lüften ohne System führt zu ungenügender Luftqualität.
Die meisten Schulen in der Studie zeigten zwar ein aktives Lüftungsverhalten. Oft wurde aber nach Gefühl und ohne System gelüftet. Dadurch waren das Lüften nicht effizient genug und die Lüftungsdauer häufig zu kurz. Manchmal wurde der Unterricht morgens in ungelüfteten Schulzimmern begonnen, was sich ungünstig auf die Luftqualität im Tagesverlauf auswirkte. Mit einigen wirkungsvollen Massnahmen kann die Luftqualität ohne viel Aufwand erheblich verbessert werden.

Schlechte Luftqualität in Schweizer Schulen

Beim Ausatmen geben wir rund 3000 unterschiedliche Substanzen in die Umgebung ab. Ohne regelmässiges Lüften kumulieren sich diese und führen in Schulzimmern zu schlechter Luftqualität.

Der wichtigste Einflussfaktor der Raumluftqualität in Schulzimmern ist der Mensch selbst. Faktoren wie die Aussenluft oder bestimmte Bau- und Einrichtungsmaterialien beeinflussen die Luftqualität in Schulzimmern ebenfalls.

Raumvolumen, Personenzahl und Lüftungs¬verhalten bestimmen Luftqualität.
Beim Ausatmen und durch Transpiration gibt der Mensch mehr als 3000 verschiedene Substanzen in die Umgebung ab, darunter auch CO₂. Meistens vermischen sich diese Stoffe mit genügend frischer Umgebungsluft. Wenn sich aber viele Personen in einem Schulzimmer aufhalten, kumuliert sich verunreinigte Luft im Raum sehr schnell. Wichtig ist: Auch in belasteter Raumluft ist genügend Sauerstoff vorhanden. Ein Mangel davon ist im Schulalltag nicht zu erwarten.

CO₂-Pegel ist ein zuverlässiger Indikator für Luftqualität.
Es ist aufwendig, die mehreren Tausend abgegebenen Substanzen in der Luft zu messen. Das ausgeatmete CO₂ hingegen kann gut gemessen werden. Weil der CO₂-Pegel in der Luft proportional zu allen anderen Substanzen ansteigt, ist er ein verlässlicher Indikator für die Luftqualität. Der CO₂-¬Pegel wird also nicht gemessen, weil CO₂ problematischer ist als andere Stoffe, sondern weil er die Gesamtbelastung der Luft im Schulzimmer anzeigt.

Was ist schlechte Luft?

Das Geruchsempfinden ist nicht der einzige Indikator für die Luftqualität. Technische Hilfsmittel helfen bei der Einschätzung der Situation in Schulzimmern.

Unser Geruchssinn ist nur beim Betreten eines Schulzimmers ein zuverlässiger Indikator für die Luftqualität. Während des Unterrichts gewöhnen wir uns immer mehr an die Luftverhältnisse. Die Einschätzung der Luftqualität ist daher nicht immer einfach. Als technische Hilfsmittel bieten sich ein CO₂-Fühler oder der Lüftungssimulator SIMARIA des BAG an.

Präzise Messungen mit CO₂-Fühler
Ein CO₂-Fühler ist ein präzises Echtzeitmessgerät zur Feststellung des CO₂-Pegels in der Luft. Der ermittelte Messwert kann anhand einer Skala sofort eingestuft und die Luftqualität im Schulzimmer eingeschätzt werden.

Simulation der Raumluft mit SIMARIA
Mit dem kostenlosen Onlinelüftungssimulator SIMARIA hat das BAG ein Hilfsmittel entwickelt, mit dem sich der Lüftungsbedarf in Schulzimmern auf spielerische Weise berechnen und die Luftqualität gezielt verbessern lässt.

Wie funktioniert der Lüftungssimulator?
Auf simaria.ch kann die Qualität der Raumluft über einen ganzen Schultag anhand von Daten zur Raum- und Klassengrösse sowie zu den Lüftungszeiten simuliert werden.
Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen können verschiedene Lüftungsszenarien mit unterschiedlichen Lüftungszeiten oder Klassengrössen simulieren. So lässt sich feststellen, wie sich diese Faktoren auf die Entwicklung der Luftqualität auswirken.


Durch die Simulation unterschiedlicher Szenarien wird auf einfache Weise verständlich:

  1. Raum- und Klassengrösse haben einen grossen Einfluss auf die Luftqualität.
  2. Konsequentes Lüften vor den ersten Morgen- und Nachmittagslektionen und in den grossen Pausen verbessert die Luftqualität deutlich.
  3. Wird in den kleinen oder grossen Pausen zu wenig gelüftet, sinkt die Luftqualität in der nächsten Lektion erheblich.

Wenn Sie richtig lüften, erzielen Sie rasch eine Verbesserung der Luftqualität.

Richtiges Lüften:

  • Vor den ersten Lektionen am Morgen und Nachmittag das Schulzimmer vollständig durchlüften.
  • Während der grossen Pausen lange lüften (Dauer mit SIMARIA ermitteln).
  • Im weiteren Tagesverlauf nach jeder Lektion lüften.
  • Beim Lüften die Schulzimmertür grundsätzlich schliessen.
  • Zum Lüften mit Durchzug die Schulzimmertür öffnen. In diesem Fall unbedingt auch die Korridorfenster öffnen (Kippfenster reichen nicht aus).
  • Alle Fenster immer vollständig öffnen.
  • Wenn mehrere Lehrpersonen das gleiche Schulzimmer benutzen, das Lüftungsver¬halten untereinander koordinieren.

Hinweis: Ausserhalb der Heizperiode können Fenster beliebig lange offenstehen.

Tipps für eine gute Luftqualität


Häufige Fehler

  • Zu kurzes Lüften. Die Pausen deshalb voll zum Lüften ausnutzen (oder mit SIMARIA ermittelte Lüftungsdauer anwenden).
  • Gegenstände auf den Fenstersims stellen. Diese verhindern ein unkompliziertes und vollständiges Öffnen der Fenster.
  • Lüften mit offener Schulzimmertür, ohne Korridorfenster zu öffnen. Dadurch kann verbrauchte Luft in das Schulzimmer gelangen

Luftqualität: Häufige Fehler


Gut zu wissen

  • Die Raumluft erneuert sich schneller, wenn sich niemand im Schulzimmer befindet.
  • Je grösser der Unterschied von Aussen- und Innentemperatur, desto rascher vollzieht sich der Luftaustausch.
  • Hohe und breite Fensterflügel bieten optimale Bedingungen für einen raschen Luftaustausch.
  • Wenn es draussen windet, wird der Luftaustausch beschleunigt.

Tipps für heisse Sommertage

  • Langes Lüften zum Auskühlen der Räume, wenn möglich nachts oder frühmorgens.
  • Aussenstoren vor erstem Sonneneinfall runterlassen.

Tipps für den Winter

  • An sehr kalten Tagen verkürzt sich die nötige Lüftungsdauer.
  • In besonders kalten Zeiten allenfalls das Schulzimmer während des Lüftens verlassen.
  • Zu langes Lüften in der Heizperiode kann die Luft aus¬trocknen und Augentrockenheit oder Atemwegsreizungen begünstigen. Zudem beeinflusst es die Energieeffizienz negativ.

Direktlink zum Luftqualitätssimulator.

Neben den bekannten Massnahmen wurden auch oft Luftreiniger angesprochen. Doch können diese Luftreiniger Viren und Aerosole wirklich zuverlässig entfernen?

Luftreiniger und COVID-19 (Coronavirus/Corona)
Laut der Studie "Können mobile Raumluftreiniger eine indirekte SARS-CoV-2 Infektionsgefahr durch Aerosole wirksam reduzieren?" von der Universität der Bundeswehr München Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik können die Virusaerosole relativ gut entfernt werden. Bereits nach einer halben Stunde ist ein Grossteil der Aerosole entfernt. Die Studie kommt somit zum Schluss, dass Luftreiniger speziell in der kalten Jahreszeit eine wertvolle Hilfe beim Kampf gegen den Corona Virus (COVID-19) ist.

30 Minuten mit einem Luftreiniger verringern die Aerosolbelastung von COVID-19 (Corona) stark
Der renommierte Professor für experimentelle Atmosphärenforschung (Joachim Curtius) hat an der Goethe-Universität in Frankfurt mit seinem Team fünf Tage lang vier Luftreiniger in einer Schulklasse mit Lehrkräften und zusätzlich 27 Schülerinnen und Schülern auf Herz und Niere getestet. Die Schüler sollen bestmöglich vor Corona geschützt sein.

Die Luftreiniger entfernen Grobstaub durch einen einfachen Filter. Zusätzlich entfernt ein HEPA- und ein Aktivkohlefilter Feinstaub wie auch gasförmige Stoffe aus der Luft. Ein solches Gerät wälzt die Luft mehrfach (5- bis 8-fache Umwälzung empfohlen) pro Stunde um und reinigt diese somit fortlaufend.

Neben der Aerosolbelastung bestimmten die Wissenschaftler auch noch die Feinstaubmenge und die CO2-Konzentration in der Atemluft. Ebenfalls untersuchten sie die Lärmbelastung durch die Geräte. Das Ergebnis: Werden die Geräte 30 Minuten lang betrieben, verringert sich die Belastung um und rund 90 Prozent der Aerosole werden zuverlässig aus der Luft entfernt. Somit wird das Risiko, an Corona zu erkranken deutlich reduziert.

Verhindern Luftreiniger die Ansteckung von Corona Viren (Coronavirus)?
Es ist zu beachten, dass Luftreiniger, geöffnete Fenster und leistungsstarke Lüftungen sehr gut geeignet sind, um dem indirekten Infektionsrisiko von Corona Viren zu begegnen. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass die Anlagen gegen direktes Anhusten oder bei langen Unterhaltungen über kurze Distanz nicht verringert werden können. Daher ist es wichtig, auch mit Luftreiniger genügend grosse Abstände zu anderen Personen zu haben und Mund- / Nasenbedeckungen oder partikelfiltrierende Masken zu tragen. Durch die Kombination dieser Massnahmen kann das Infektionsrisiko durch COVID-19 stark verringert werden.

Unsere Luftreiniger im Angebot: hier klicken.

Unser aktuelles Angebot für eine noch bessere Luftqualität finden Sie hier: Luftreiniger.

Hygienemasken

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird über Tröpfchen (grösser als fünf Mikrometer) oder auch Aerosole (feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne kleiner als fünf Mikrometer) verbreitet. Diese werden von infizierten Personen beim Husten und Niesen versprüht oder beim Sprechen freigesetzt, auch schon bevor Krankheitszeichen vorliegen. Hygienemasken können als mechanische Barriere dazu beitragen, die Verbreitung durch virushaltige Tröpfchen zu reduzieren. Daher sind Hygienemasken eine wichtige Ergänzung zu den Abstands- und Hygieneregeln. Dabei kann das Tragen von Alltagsmasken im öffentlichen Raum vor allem dann wirksam werden, wenn sich möglichst viele Menschen daran beteiligen.

Das Tragen einer Hygienemaske wird insbesondere in Situationen empfohlen, in denen mehrere Menschen im öffentlichen Raum für längere Zeit zusammentreffen oder die Abstandsregeln nicht zuverlässig einhalten können. Für den Privatgebrauch werden keine Hygienemasken welche medizinisch zertifiziert sind benötigt.

Hygienemasken (MNB, Alltagsmasken, Community-Masken, DIY-Masken) bestehen meist aus handelsüblichen Stoffen und sind für den privaten Gebrauch im Alltag bestimmt. Neben textilen Mund-Nasen-Bedeckungen stehen auch nichtmedizinische Einwegmasken zur Verfügung. Mund-Nasen-Bedeckungen tragen dazu bei, andere Menschen vor feinen Tröpfchen und Partikeln zu schützen, die zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgestossen werden. Für diesen Fremdschutz gibt es erste wissenschaftliche Hinweise. Ein Eigenschutz für die Trägerin oder den Träger ist bisher wissenschaftlich nicht belegt. Die Mund-Nasen-Bedeckung kann daher andere Infektionsschutzmassnahmen wie Abstandhalten und Hygiene nicht ersetzen, sondern soll diese ergänzen. Ein Visier zu tragen, wird von Experten nicht als gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung angesehen.
Medizinische Gesichtsmasken (EN-14683 , Operations (OP)-Masken) sind Medizinprodukte und sollten nicht für den Privatgebrauch benutzt werden. Somit haben wir genügend Masken verfügbar, welche wirklich für die medizinische Verwendung benötigt werden.

Partikel-filtrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP-Masken) sind Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung im Rahmen des Arbeitsschutzes und haben den Zweck, die Trägerin oder den Träger vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen zu schützen. Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft und bieten daher neben dem Eigenschutz auch einen Fremdschutz, obwohl sie primär nur für den Eigenschutz ausgelegt sind. Masken mit Ventil hingegen filtern nur die eingeatmete Luft und ermöglichen daher keinen Fremdschutz, d. h. sie bieten keinen Schutz für das Umfeld der Trägerin bzw. des Trägers; sie sind lediglich für sehr wenige Anwendungsgebiete in Kliniken vorgesehen. Zum Schutz gegen das Coronavirus empfehlen wir eine KN95-Maske.

Generell wird für den privaten Gebrauch im Alltag derzeit das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung empfohlen. Sollte in Einzelfällen, wie etwa bei Vorliegen einer Erkrankung, Unsicherheit bestehen, welche Maske geeignet ist, dann sollten Sie dies mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

  Einwegmaske KN95 Stoffmaske FFP2/FFP3
Schützt den Träger Nein Ja Nein Ja
Schützt das Umfeld Ja Ja Ja Ja (ohne Ventil)
Wird durch Klinikpersonal verwendet Ja (sofern Zertifiziert) Nein Nein Ja

Um aktuell und auf dem neusten Stand zu bleiben, verweisen wir Sie auf die Website des BAG.

Handhygiene / Handdesinfektion

Händehygiene ist eine der wichtigsten Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus. Für viele bedeutet dies. Hin zu Desinfektion, weg vom Wasser und Seife – vor allem, um Ekzeme und Kontaktdermatitis zu vermeiden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, die Hände lieber zu desinfizieren als zu waschen. Denn unter dem Waschen mit Wasser und Flüssigseife oder seifenfreie Tensiden leidet die Haut mehr als bei der Händedesinfektion. Beim Waschen werden Hautfette aus der Hornschicht herausgelöst und weggespült. Die Haut kann diese Substanzen nur verzögert ersetzen. Damit kommt es zu Entfettung – die Haut trocknet also aus. Zwar lösen auch die Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis Hautfette aus der Hornschicht heraus. Da die Hände nach dem Desinfizieren nicht abgespült werden, gehen diese aber nicht verloren, sondern werden bei der heute üblichen Einreibemethode wieder in die Haut gerieben. Zusätzlich sind an Handdesinfektionsmittel rückfettende Substanzen zugesetzt.

Die gebräuchlichen Händedesinfektionsmittel auf Basis von Ethanol, Propanol oder Isopropanol sind gut verträglich. Sie erzeugen jedoch auf vorgeschädigter Haut ein brennendes Gefühl. Es wäre aber genau der falsche Ansatz, auf die Desinfektion zu verzichten und stattdessen die Hände nur zu waschen. Denn dadurch würde der Haut zusätzlich Fett entzogen.

Auch ist es ungünstig, die Hände direkt nachdem Waschen zu desinfizieren. Das in der Hornschicht eingelagerte Wasser verdünnt dann das Desinfektionsmittel. Noch ungünstiger ist laut RKI die umgekehrte Reihenfolge, also die Hände zuerst zu desinfizieren und dann zu waschen. Laut dem RKI ist dieses Vorgehen «aus Sicht des Hautschutzes kaum an Schädigung zu überbieten, da Hautfette zunächst durch den Alkohol an gelöst und dann durch die Waschung fortgespült werden.»

Ein Waschen ist immer dann erforderlich, wenn die Hände einer groben Verunreinigung ausgesetzt oder verschmutzt sind. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man für andere Personen Mahlzeiten vorbereitet und diese anreicht. Denn wer kann schon einen Brotaufstrich auftragen, mundgerechte Stücke herstellten und diese anreichen, ohne in Kontakt mit den Lebensmitteln zu kommen? Auch nach anderen Tätigkeiten in der Küche sollten die Hände gründlich gewaschen werden, zum Beispiel, wenn man rohes Geflügel/Fleisch zerlegt oder Eier aufschlägt.

Weitere klassische Indikationen: Nach dem Besuch der Toilette und nach dem Naseputzen ist selbstverständlich das Waschen der Hände erforderlich. Alternativ kann hier aber auch eine Händedesinfektion erfolgen, vor allem bei akuter Rhinitis oder einem gastrointestinalen Infekt. Auch nach dem Streicheln von Haustieren oder dem Kontakt mit Gegenständen, die von vielen Personen berührt werden (z.B. Haltegriff im Bus), ist ein Waschen der Hände indiziert. Und natürlich sollte sich jeder die Hände waschen, wenn er persönlich das Bedürfnis danach verspürt.

Muss es immer Alkohol sein?
Ja, zumindest bei der Händedesinfektion

Ethanol, 1- und 2-Propanol zählen zu den sogenannten aliphatischen Alkoholen und sind aus gutem Grund Mittel der Wahl für die Händedesinfektion.
Sie sind in kurzer Zeit (die relevante Testnorm EN 1500 für hygienische Händedesinfektion schreibt max. 30 Sekunden vor) gegen Bakterien, Hefen und viele Viren wirksam.

«Wirksam bedeutet, dass das Desinfektionsmittel die Zahl der Erreger soweit reduziert, dass eine Übertragung ausgeschlossen bzw. unwahrscheinlich ist. «Nicht-alkoholische Handdesinfektionsmittel-meist auf Chlor-Basis, erfüllen die Vorgaben gemäss EN 1500 jedenfalls nicht und sind zur effizienten Infektionsprophylaxe ungeeignet. Als oxidierende Substanzen sind sie auch belastend für die Haut und tragen zur Hauthalterung bei. Der VAH (Verbund für Angewandte Hygiene) rät aufgrund der Instabilität und möglicher Hautirritation dringend von der Verwendung Natriumhypochlorithaltiger Produkte für die Händedesinfektion ab.
Handdesinfektionsmittel auf QAV-Basis haben eine sehr lange Einwirkzeit von 4-20 Minuten. Erst nach dieser Zeit sind Erreger soweit reduziert, dass die Übertragung auf Oberflächen unwahrscheinlich ist.

Hochwertige alkoholische Produkte haben darüber hinaus auch einen praktischen Vorteil: der Alkohol verdunstet rasch nach der Einwirkzeit. Zurück bleiben trockene und durch die ethaltenen Pflegekomponenten gut versorgte Hände Nach der Anwendung von Produkten auf Wasserbasis bleiben die Hände viel länger feucht und fühlen sich mitunter klebrig an. Ein Abtrocknen vermindert die ohnehin geringere Wirksamkeit noch weiter.

  • Hochprozentige Sicherheit.
  • Innert 30 Sekunden wirkt Handdesinfektionsmittel mit mind. 64% Alkohol.
  • Die volle Wirkung entfaltet sich nur in der richtigen Anwendung. Als Faustregel gilt: 3ml - 30 Sekunden.
  • 3ml Händedesinfektionsmittel (das entspricht etwa dem Volumen, das in die Hand passt, wenn man eine Schale formt) in die hohle trockene Hand geben und richtig desinfizieren.
  • Bei einer geringeren Konzentration verlängert sich die Einwirkzeit oder wirkt unwirksam gegen Coronaviren.
  • Gegen das Coronavirus kann auch eine höherer Alkoholkonzentration als 64% Alkohol gewählt werden, die Einwirkzeit kann sich dadurch etwas reduzieren.
  • Vor allem geeignet für ungeübte in der Händedesinfektion.

Oberflächenreinigung / Desinfektion

Personen können am neuartigen Coronavirus erkranken, wenn Sie mit Oberflächen in Kontakt kommen, die mit dem neuartigen Corona-Virus kontaminiert sind. Daher müssen kontaktintensive Oberflächen häufig Desinfiziert oder gereinigt werden, damit die Ausbreitung der Infektion eingedämmt wird.
Die tägliche Unterhaltsreinigung sollte mit einem Einwegsystem erfolgen, so kann sichergestellt werden, dass Bakterien und Viren auf der Oberfläche/Boden anschliessend direkt entsorgt werden und keine weitere Kontaminierung in der Wäscherei oder anderen Bereichen mehr möglich ist.

Besonders Sanitäre Anlagen sowie stark frequentierte Räume sollen vermehrt und intensiver gereinigt werden. Für jede «einzelne Reinigungsfläche» ein frisches Tuch resp. Tuchseite verwenden.

Nur eine optisch saubere Fläche kann desinfiziert werden. Eine vorhergehende Entfernung von sichtbarem Schmutz (Eiweissfehler).
Um eine erfolgreiche Desinfektion durchzuführen empfiehlt sich keine ausschliessliche Sprühdesinfektion, sondern eine Scheuerwischdesinfektion durchführen mit einer vollflächigen Benetzung. Achten Sie auf ein systematisches Abwischen von Oberflächen. Bei einer möglichen Kontamination, sofort Handschuhe wechseln oder desinfizieren.

Beachten Sie die Einwirkzeit, welche vom Hersteller publiziert wird. Oberflächen nicht trockenreiben.

Eine lückenlose Flächen- und Raumdesinfektion ist naturgemäss beim Ausbruchsgeschehen von besonderer Relevanz. Leider wird aber in der Praxis immer wieder festgestellt, dass zu wenig gut geschultes Personal vorhanden ist und die Arbeiten nicht mit der nötigen Gründlichkeit durchgeführt werden (kleine Flächen werden vergessen). Dies führte in der Vergangenheit bereits zu Ausbrüchen mit z. B. panresistenten Acinetobacter baumanii.

In manchen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes gibt es Flächen, die nicht wischdesinfiziert werden können, z. B. Teppiche.
Darüber hinaus steht unverändert die Forderung der BiostoffV im Raum, Personal vor Mikroorganismen und Viren so gut wie möglich zu schützen. Daraus ergeben sich zwei Indikationen zur Verneblung im Rahmen einer Schlussdesinfektion, also nach Entlassung oder Verlegung der Patienten/Bewohner:

Im Falle einer vermuteten Kontamination vor der Wischdesinfektion, denn ein Zeitschaltuhr-gesteuertes Verneblungsgerät braucht nur in den betreffenden Raum gebracht zu werden und erledigt eine erste Desinfektion nach Anschluss an das Stromnetz ohne weitere menschliche Mitwirkung. So ist die Forderung der BiostoffV erfüllt.

Nach einer Wischdesinfektion, um evtl. nicht oder nur mangelhaft erreichte Flächen zumindest noch einmal deutlich in der Kontamination zu reduzieren. Dies kann ein wichtiger Aspekt der Infektionsprävention vor allem im Ausbruchsmanagement sein.

In Reinsträumen, um eine Rekontamination durch Wischarbeiten – Mitarbeiter emittieren ständig Bakterien aus ihrer Flora, trotz Schutzkleidung – zu minimieren.

Einweghandschuhe

Die Sicherheit ist trügerisch. Viele Personen glauben, wenn sie Handschuhe tragen, seien all Ihre Handlungen mit den Händen automatisch steril oder wenigstens steriler als wenn sie diese mit blossen Händen ausführen. Das aber ist ein Irrtum. Natürlich tummeln sich an Händen, etwa an den Innenflächen und den Fingern, Tausende von Bakterien. Doch die Haut gibt davon – wenn die Hände andere Flächen berühren – nicht mehr als 100 Bakterien ab. Anders dagegen die Kunststoffe, aus denen die handelsüblichen Einweghandschuhe bestehen. Diese Handschuhe geben, wenn sie kontaminiert sind, rund 100'000 Bakterien ab, also das Tausendfache. An menschlicher Haut haften Bakterien einfach besser als an Kunststoff.

Tipps für den Gebrauch von Einweghandschuhen
Alle Personen sollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann und warum sie sich Handschuhe anziehen. Fragen sie sich zwei Dinge:
Ist bei meiner nächsten Tätigkeit wirklich eine Kontamination meiner Haut mit Erregern vorhersehbar?
Und ist diese relevant?

Desinfizierbare Handschuhe: Der Produzent müsste die dafür möglichen Desinfektionsmittel definieren, doch dies wird meistens den Desinfektionsmittel-Herstellern überlassen und so wird die Verantwortung hin und her delegiert.
Waschbare Mehrweghandschuhe, die in der Waschmaschiene mit einem Vollwaschmittel bei mindestens 60 Grad gewaschen werden können, wären eine Option.
Unsichtbare Handschuhe, aufgetragen als Creme Protect, die die Hände bis 4 Stunden vor Verschmutzung, Wasser und Seife schützen.

Diese Optionen sollten in der Anwendung getestet werden, die Wirkung, wie auch die Kosten können so eruiert werden.

Beim Anziehen von Handschuhen müssen die Hände sauber, desinfiziert und trocken sein, um Hautirritation zu vermindern und zum Schutz vor Keimen. Nach der Arbeit und dem Ausziehen der Handschuhe, die Hände waschen oder desinfizieren, damit die Hände nicht durch die Handschuhe kontaminiert werden.

Die Handschuhe sind regelmässig zu wechseln. Nach jedem Wechsel der Arbeitsbereiche und spätestens nach 15 Minuten, um eine Verkeimung der Handschuhe zu vermeiden. Handschuhe grundsätzlich nur so lange wie nötig tragen.

Zur Vermeidung von Rissen in den Handschuhen müssen die Fingernägel kurz sein, auch künstliche Fingernägel sind nicht gestattet. Schmuck muss vorher abgelegt werden.

So schützen wir uns

Unter folgendem Link erreichen Sie die offizielle Hauptseite des BAG. Dort finden Sie Informationen zur aktuellen Situation in der Schweiz und im Ausland, FAQs, Empfehlungen für Reisende, für die Arbeitswelt und Informationen für Gesundheitsfachpersonen.

Zur aktuellen Situation

Sie haben Symptome und sind unsicher, wie Sie sich verhalten sollen? Beantworten Sie alle Fragen im Check bestmöglich. So erhalten Sie am Ende eine Handlungsempfehlung des BAG.

Hier geht’s zum Check

Basiswissen zum Coronavirus

COVID 19 (Corona Virus Disease 2019) = Infektionskrankheit
Corona-Virus = Stamm
SARS-CoV 2 (Severe acute respiratory syndrome) = Erreger

Das neuartige Coronavirus überträgt sich vor allem durch Tröpfcheninfektion Einfache Massnahmen schützen:
Wenn eine infizierte Person hustet, niest oder spricht, scheidet sie Tröpfchen mit Viren aus. Diese verbreiten sich in einem Umkreis von etwa 1.5 Metern und setzten sich auf Oberflächen ab.
Befinden sich andere Menschen in der Nähe, können Tröpfchen in deren Mund, Nase und ggf. Augen gelangen und sie infizieren.

Je näher eine Person dem Infizierten ist, desto mehr infektiöse Tröpfchen können sie erreichen. Ab einem Mindestabstand von 1.5 Metern ist die Infektionswahrscheinlichkeit sehr gering.

Ebenfalls möglich, Schmierinfektion:
Fasst eine nicht infizierte Person eine kontaminierte Oberfläche an und greift sich danach an Mund, Nase oder Augen, kann es ebenfalls zu einer Infektion kommen.

Bakterien und Viren können beide krank machen und sind unsichtbar für das menschliche Auge. Viel mehr haben sie dann auch nicht gemeinsam.

Bakterien sind unter einem klassischen Mikroskop erkennbar. Viren sind fast einhundertmal kleiner und nur noch unter einem Elektronenmikroskop zu sehen.
Bakterien haben Zellwand und Zellstruktur in der Stoffwechselvorgänge ablaufen. Sie vermehren sich selbständig durch Zellteilung.
Viren vermehren sich nicht selbständig, dazu benötigen sie eine fremde Zelle. Sie sind somit keine selbständigen Lebewesen wie die Bakterien.

Was bedeutet dies nun für uns?
Viren sind gefährlich ansteckend, sterben aber nach einiger Zeit ohne Wirtszelle ab. Bakterien vermehren sich munter auf Pinseln und Schwämmen weiter, wenn Sie genug Nahrung haben. Und da sind die Hautschuppen eines Menschen eine besondere Delikatesse…
Also Hände und Arbeitsplatz immer schön sauber halten und regelmässig desinfizieren.

Desinfektion bedeutet, etwas keimfrei zu machen, bzw. Keime erheblich zu reduzieren. So werden Viren und Bakterien in einen unschädlichen Zustand versetzt und inaktiv.

Die Wirkungsweise lässt sich nicht verallgemeinern. Abhängig von den verwendeten Mitteln und deren Abwendungsbereich ist die Wirkung unterschiedlich.
Bei behüllten Viren, wie Corona, wird z.B. durch den Alkohol die Proteinhülle der Viren aufgelöst.

Wir nutzten Desinfektionsmittel zur Flächendesinfektion, Arbeitsgerätedesinfektion und Händedesinfektion.
Insgesamt unterscheiden wir zwischen folgenden Wirkungs-Klassen:

Bakterizid: gegen Bakterien
fungizid: gegen Pilze
begrenzt viruzid: gegen behüllte Viren (HIV, Hepatitis-B/C-Viren,…)
viruzid: gegen behüllte und unbehüllte Viren (z.B. Noro-Viren, Corona..)


Wirkstoff Vorteile Nachteile
Alkohole schnell wirksam
wenig Rückstände
leicht brennbar
können Oberflächen angreifen
Alkylamine gute Materialverträglichkeit
gute Wirksamkeit
ätzend auf Haut
unangenehmer Geruch
Quartäre Ammoniumverbindungen (QAV) gute Materialverträglichkeit
gute Hautverträglichkeit
hoher Eiweiss- und Seifenfehler
Aufbau auf Flächen ggf. Schlieren
Sauerstoffabspalter
(Wasserstoffperoxid)
gute Wirksamkeit
geringe Eiweissfehler
geruchtsbelästigend
Metalle können oxidieren

Klimaneutrale Firma